Lars Limburg bei Körperarbeit

Praxis

Zen Körpertherapie – Wie Zen und Körperarbeit zusammen fanden

Um die Entstehung der Zen Körpertherapie zu verstehen, müssen wir zwei kraftvolle Traditionen betrachten, die sich über Jahrzehnte unabhängig voneinander entwickelten, bevor sie durch William „Dub“ Leigh auf Hawaii aufeinandertrafen.

Die Zen Meister – Eine Starke Linie

Ōmori Sōgen Rotaishi (1904–1994)

Er galt als einer der führenden Zen Lehrer des zwanzigsten Jahrhunderts.

 

Omori Sogen war ein japanischer Zen Meister der Rinzai Tradition, der für die Verbindung von ZEN, KEN (Schwertkunst) und SHO (Kalligrafie – Der Pinsel Weg) bekannt war.

Schon in jungen Jahren meisterte er die Schwertkunst und wurde ein bedeutender Lehrer der Jikishinkage Ryu Schwerkunst Linie, die für ihre Betonung auf Atmung und Haltung bekannt war. Er war außerdem ein Meister der Kalligrafie und wurde Nachfolger in der Taishi Schule von Yamaoka Tesshu. Durch das Zen Training im Tenryu-ji Rinzai Zen Tempel in Kyoto wurde er Zen Meister (Roshi). Omori Sogen lehrte über 40 Jahre lang Zen, unter anderem als Professor und Präsident der Rinzai Universität in Kyoto. Er verfasste mehr als 20 Bücher und war Berater der japanischen Regierung im 2. Weltkrieg. Im Jahre 1975 erhielt er die Anerkennung als direkter Dharma-Nachfolger in der Tenryu-ji Linie des Rinzai Zen und den Titel Rotaishi (Großmeister) und gründetet das internationale Zen Dojo Seitai-ji in Japan. Durch seine Tätigkeit als Zen-, Kalligraphie- und Kampfkunstlehrer sowie als Magistrat und Schlichter beim Zivilgericht wurde er über viele Jahre hinweg Zeuge des Wandels der japanischen Gesellschaft. Bei einer Unterhaltung über diesen Wandel lernte er auf einer Zugfahrt Tanouye Tenshin kennen.

Ōmori Sōgen Rotaishi (1904–1994)
Tanouye Tenshin Rotaishi (1938–1990)

Tanouye Tenshin Rotaishi (1938–1990)

Tanouye Tenshin war ein Musiklehrer und begnadeter Kampfkünstler und Energieheiler. Er wurde zu Omoris wichtigstem Schüler und unterstütze Omori Sogen später bei der Gründung des erstem Rinzai Zen Haupttempel außerhalb von Japan. Dem Daihonzan Chozen-Ji Tempel auf Hawaii. Tanouye verstand, dass die raue, kraftvolle Natur Hawaiis (das Mana) der perfekte Ort war, um Zen aus der verstaubten Ecke der Philosophie in die vitale Realität des Körpers zu holen. Er wollte keinen Ort der reinen Theorie, sondern für die Körper Geist Integration.

Tanouye Tenshin wurde ebenfalls Rotaishi und war eine monumentale Brücke zwischen der traditionellen japanischen Kampfkunst Welt und der westlichen Moderne. Als engster Schüler von Ōmori Sōgen verkörperte er den „modernen Samurai“ in einer Weise, die weit über das Dojo hinausreichte. Er war kein gewöhnlicher Zen Lehrer. Er war ein Meister der Lebensenergie (Ki). Er besaß die außergewöhnliche Fähigkeit, die physische und energetische Struktur eines Menschen „lesen“ zu können. Er sah Blockaden nicht nur als muskuläre Verspannung, sondern als Hindernis im Fluss des Lebens. Seine Präsenz im Dojo oder im Behandlungsraum war oft von einer intensiven, fast greifbaren Kraft geprägt. Schüler, die länger in seiner Nähe waren, beschreiben manchmal eine Veränderung ihrer Wahrnehmung durch die bloße Anwesenheit durch Tanouye Rotaishi

Die westlichen Körpertherapeuten – gelernt von den Besten

Wiliam „Dub“ Leigh

Bevor Dub in den 1970er Jahren die Stufen des Chozen-ji Tempels in Hawaii betrat, hatte er bereits eine beeindruckende und intensive Odyssee hinter sich. In den 1960er Jahren führte er ein konventionelles Leben in der Wirtschaft, doch er fühlte sich innerlich ausgebrannt und körperlich festgefahren. Diese existenzielle Krise war Anlass, sein altes Leben hinter sich zu lassen und sich auf die Suche nach dem, was den Menschen wirklich lebendig macht zu begeben.

Seine Reise führte ihn ins Epizentrum des „Human Potential Movement“, das Esalen Institut in Big Sur, Kalifornien. Hier trafen sich Psychologen, Philosophen und Körpertherapeuten, um die Grenzen des Menschseins neu zu definieren. Es ergab sich, dass er einen der wenigen Resident Plätze bekam, so dass er dort ein paar Jahre lebte und studierte.

Wiliam „Dub“ Leigh

Hier lernte Dub unterschiedlichste Herangehensweisen bei den bedeutendsten Meistern ihrer Zeit:

Der manuelle Therapeut Lauren Berry vervollständigte das Bild um die mechanische Korrektur von Gelenken und Sehnen. Dub lernte, den Körper wie eine hochkomplexe biologische Maschine zu verstehen, bei der jedes Gelenk perfekt „justiert“ werden kann.

Nach Jahren des Studiums war Dub Leigh ein technisches Genie der Körperarbeit. Er beherrschte die Anatomie, die Muskeln und Faszien, die Gelenke und das Nervensystem. Doch er spürte eine letzte Barriere: Er konnte den Körper zwar korrigieren, doch ihm fehlte eine weitere Ebene des seins, die er bis dahin nicht greifen und noch weniger bearbeiten konnte.

Chozen-ji

Mit dieser Sehnsucht nach der letzten Tiefe reiste er nach Hawaii. Er suchte nach dem Zen Meister Tanouye Rotaishi, von dem er gehört hatte, dass er die Gabe besaß, universelle Energie zu kanalisieren und direkt zu übertragen.

Als Dub im Chozen-ji ankam, brachte er das geballte Wissen aus seiner Zeit im Esalen Institut mit.

Tanouye erkannte Dub`s technische Brillanz und das Potential, das entstehen würde, wenn man den Körper vorbereitet, in dem man die Techniken der Körpertherapie nutzt, um die Blockaden aus dem Körper zu lösen und dann mit seiner Energiearbeit arbeiten würde. Damit wurde Tanouye Dubs letzter Lehrer und Dub erhielt eine Unterweisung in Zen & Energiearbeit.

Nachdem Dub`s Ausbildung abgeschlossen war, kam es zur Gründung des International Zentherapy Institut (IZII).
Tanouye Rotaishi ernannte Dub zum Gründer der „Zentherapy“ und bat ihn, die Arbeit in die Welt zu tragen.

Wiliam „Dub“ Leigh & Tanouye
Dub & Audrey

Dub bildete eine Hand voll Lehrer aus und unterrichtete selbst auf verschiedenen Kontinenten. Er wurde dabei von seine Lebensgefährtin Audrey Nakamura unterstützt. Audrey war von Tanouye in Energiearbeit ausgebildet und von Dub in Körpertherapie. Sie begleitete Dub, solange er noch Reisen und unterrichten konnte. Als Dub aufgrund seines Alters nicht mehr Reisen wollte, ernannte er seinen Schüler Garner Okinaga zum Präsidenten des IZII. Während Garner die Trainings fortführte, hielt Audrey die Organisation zusammen. Nach Dubs Tod setzte sie seine Arbeit fort und lehrte die Fortgeschrittenen Trainings, während weitere Lehrer die Anfänger Trainings unterrichteten. Bevor Dub starb, ernannte er Samir Arora als seinen Nachfolger. Dieser unterstütze Audrey bei der Weiterführung von Dub`s Arbeit zuerst im Hintergrund und übernahm die Leitung, nachdem Audrey verstorben war.

In Deutschland gab es 2 Lehrer, die mit Dubs Wahl seines Nachfolgers nicht einverstanden waren und sich vom IZII und dem Chozen Ji abwendeten. Aufgrund von Markenrechten, die diese Lehrer zu diesem Zeitpunkt besaßen, entschied Samir Arora zusammen mit dem Chozen Ji Tempel, die Organisation kurzerhand in „International Zen Bodywork Institute“ und die Arbeit in „Zen Bodywork“ umzubenennen, um nahtlos weitermachen zu können, während die Markenrechte geklärt werden.

Ich selbst wurde die ersten Jahre von Garner Okinaga, dem damaligen Präsidenten des IZII in Zen Bodytherapy und Zen Triggerpoint Anatomy ausgebildet. Mein erstes intensiv Training mit ihm war, wie der Einstieg in eine neue Welt. Mein erster Trainingspartner war Samir Arora. Garner hat das Fundament für meine heutige Arbeit gelegt.

Garner Okinaga & Lars
Lars & Tom

Später durfte ich auch von dem Zen Priester Tom Nagel lernen. Nachdem ich die ersten Jahre mehr mit dem Erlernen der Techniken beschäftigt war, habe ich durch Tom verstanden, was welche Rolle Zen in Körpertherapie spielt. Auf den von ihm geleiteten Intensivtraining hatte ich auch meine erste Samadhi Erfahrung.

Ich hatte schon viele Jahre trainiert, als ich die Möglichkeit bekam, an einem advanced Zentherapy Training von Audrey Nakamura teilnehmen zu können.
 Audrey`s Spitzname unter den Schülern war „Die Blaue Gefahr“ Der Name bezog sich auf ihre Vorliebe für blaue T-Shirts und der Tatsache, dass sie einen kleinen spitzen Ellenbogen hatte. Ich fand ihren Spitznamen, auch wenn es nur ein liebevoller Spaß war, immer unpassend. Niemanden vermochte es wie sie, mir ein Gefühl von absoluter Sicherheit zu geben, während sie mit ihrem Ellenbogen den wirklich tief liegenden Schmerz zielsicher fand und an die Oberfläche brachte, damit ich ihn ansehen und loslassen konnte, als wäre es nur ein Appetithäppchen, das einem doch nicht schmeckt. Wenn Audrey Energiearbeit machte, veränderte sich ihr Gesicht auf eine Art, die ich mir nicht erklären konnte. Während sie ihre Hände auf meine Füße legte, um Ki (Lebensenergie) in meinen Körper zu senden, schien sie auf Blockaden zu stoßen. Wann immer sie nicht weiter kam, stand sie kurz auf, löste die Blockade mit ihrem Ellenbogen und machte dann weiter. Nach ein paar weiteren Blockaden floss ihre Energie dann durch meinen ganzen Körper. Ich kannte bis dahin nur Reiki Anwendungen, wo sich die Stelle, an der die Hände aufgelegt wurden, mal warm auf meiner Haut anfühlten. Aber bei Audrey fühlte es sich an, als würde sie ein warmes, vibrierendes Gel durch meinen Körper schieben. Das etwas ganz Anderes und ich hatte das zuvor noch nie in dieser Intensität gefühlt. Das „blaue Wunder“ wäre als Spitzname eigentlich zutreffender gewesen.

advanced Zentherapy Training von Audrey Nakamura

Leider war Dub zu diesem Zeitpunkt schon im Ruhestand, so dass ich keines seiner Trainings erlebt habe. Ich hatte jedoch noch Gelegenheit, mich per E-Mail mit ihm austauschen zu können, um ihn Fragen zu stellen und die Vorher-Nachher Bilder meiner Kunden mit Ihm zu besprechen.

Lars im Daihonzan Chozen-ji Tempel auf Hawaii

Da der Fokus auf dem Zen-Weg immer der Prozess selbst ist, nehme ich bis heute an Sesshins (Zen Intensivtrainings) und Budo-Trainings teil. Dabei bevorzuge ich Lehrer, die aus der Linie von Omori Sogen stammen.

Meido Moore Roshi ist einer dieser Lehrer, die ich sehr schätze und in der Vergangenheit online wie offline von ihm lernen durfte.


Er ist gründer des RINZAI ZEN INTERNATIONAL, Eine weltweite Praxisgemeinschaft. dessen Haupsitz ein Rinzai-Zen-Trainingskloster im Herzen Nordamerikas namens KORINJI ist.


Es ist Rinzai-Zen-Trainingskloster – ein sogenanntes Sodo – im ländlichen Wisconsin (USA) mit einer weltweiten Gemeinschaft (Sangha) aus angeschlossenen Meditationsgruppen.

2018 konnte ich den Tenryu-ji Rinzai Zen Tempel in Kyoto besuchen und 2025 besuchte ich den Daihonzan Chozen-ji Tempel auf Hawaii, um die Verbindung zu den Wurzeln zu halten und ich unterstütze seit dem Dub`s Nachfolger Samir Arora, bei der Verbreitung dieser Arbeit.

Da der Fokus auf dem Zen-Weg immer der Prozess selbst ist, nehme ich bis heute an Sesshins (Zen Intensivtrainings) und Budo-Trainings teil. Dabei bevorzuge ich Lehrer, die aus der Linie von Omori Sogen stammen.

Meido Moore Roshi ist einer dieser Lehrer, die ich sehr schätze und in der Vergangenheit online wie offline von ihm lernen durfte.
Er ist gründer des RINZAI ZEN INTERNATIONAL, Eine weltweite Praxisgemeinschaft. dessen Haupsitz ein Rinzai-Zen-Trainingskloster im Herzen Nordamerikas namens KORINJI ist.
Es ist Rinzai-Zen-Trainingskloster – ein sogenanntes Sodo – im ländlichen Wisconsin (USA) mit einer weltweiten Gemeinschaft (Sangha) aus angeschlossenen Meditationsgruppen.

2018 konnte ich den Tenryu-ji Rinzai Zen Tempel in Kyoto besuchen und 2025 besuchte ich den Daihonzan Chozen-ji Tempel auf Hawaii, um die Verbindung zu den Wurzeln zu halten und ich unterstütze seit dem Dub`s Nachfolger Samir Arora, bei der Verbreitung dieser Arbeit.